Für die Zukunft von Kirche und Gemeinde

Seitdem Anfang des Jahres deutlich geworden ist, dass die Pfarrstelle in Reinbek-West nicht wiederbesetzt werden würde, beschäftigen uns die Fragen nach der Zukunft von Kirche und Gemeinde noch intensiver. Einer rückläufigen Zahl von Gemeindegliedern steht erfreulicherweise eine prozentual und tatsächlich steigende Zahl von Menschen gegenüber, die sich engagieren und Verantwortung übernehmen. Zugleich wissen wir, dass unsere personellen und finanziellen Möglichkeiten in den kommenden Jahren geringer werden. Wie wir mit diesen Veränderungen umgehen, wie wir auch künftig glaubwürdig und einladend die frohe Botschaft Jesu erzählen und feiern können, darüber wird derzeit in vielen Gremien unserer Kirche intensiv nachgedacht. 

Auf der Landessynode gibt es derzeit einen Prüfauftrag, den Körperschaftsstatus der einzelnen Gemeinden, mit dem nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten verbunden sind, verändern zu können. Eine entsprechende Gesetzgebung könnte im Frühjahr 2027 beschlossen werden. Sie würde die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen bilden. 

Im Kirchenkreis haben die Pröpste einen „Zukunftsplan 2040“ vorgelegt. Ob, wie darin vorgesehen, alle 104 Gemeinden zu sechs Bezirksgemeinden zusammengeführt werden – wir würden dann zur Gemeinde „Stormarn“ gehören –, oder ob es 21 Regionalgemeinden geben wird, oder ob Gemeinden, soweit sie es finanziell und personell tragen können, selbstständig bleiben, ist derzeit noch offen. Auf Dialogforen und in der Kirchenkreissynode wurde dies im Juni ausführlich beraten; erste Beschlüsse könnten im September gefasst werden

Unabhängig von diesen Entwicklungen besteht in unserer Region die Aufgabe, insbesondere die pfarramtliche Arbeit neu zu ordnen. Denn neben Reinbek-West hat derzeit auch Barsbüttel keine Pfarrperson. Mit Pastor Bernd Müller-Teichert wird in den nächsten Monaten eine sogenannte Strukturanpassungsstelle bei uns besetzt sein – mit dem Ziel, gemeinsam tragfähige und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Wie diese im kommenden Jahr aussehen werden, ist noch offen. 

Denkbar wäre, dass sich die Gemeinden Barsbüttel, Glinde, Neuschönningstedt, Schönningstedt, Reinbek-West und Reinbek-Mitte zu einem Pfarrsprengel zusammenschließen. Die Kirchengemeinden blieben dabei selbstständig, während die Pastorinnen und Pastoren ihren Dienst in der gesamten Region wahrnehmen und zugleich eng mit den Gemeinden und Kirchengemeinderäten vor Ort verbunden bleiben. 

Denkbar wäre auch eine Fusion aller sechs Gemeinden. Dann würden von derzeit 70 Kirchengemeinderäten deutlich weniger bleiben. Ein anderer Vorschlag sieht eine Gesamtkirchengemeinde mit weiterhin sechs Kirchengemeinderäten vor Ort vor. Auch Mischformen und unterschiedliche Entwicklungsschritte sind denkbar.  

Wo auch immer die Reise hingeht: Zwei Dinge sind schon jetzt klar: Zum einen wird von den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen derzeit sehr viel verlangt. Veränderungen zu gestalten, kostet Kraft, Zeit und Energie. Umso größer ist der Respekt vor allen, die sich diesen Aufgaben stellen. Deshalb meine Bitte: Betet für sie! Für Kraft und Ausdauer, Klugheit und Besonnenheit, Gelassenheit und Weisheit. 

Das andere ist: Wir bleiben die Kirche, die eine Mitte hat. Und wir werden uns in Reinbek auch künftig um diese Mitte versammeln – um Jesus Christus! Wir richten unseren Blick nicht nur auf das, was weniger wird, sondern auch auf die Möglichkeiten, die vor uns liegen. Und wir vertrauen darauf, dass Gott uns auf diesem Weg begleitet und führt – als Christinnen und Christen in Reinbek und in unserer Nordkirche. Das Gelingen legen wir in seine Hände. Dafür beten wir. 

Pastor Ralf Meyer-Hansen


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