Die Gemeindebriefausgabe für Oktober 2026 finden Sie hier.
Geistliches Wort des Monats Oktober:
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Galater 5,1
Am Freitag vor dem 125-jährigen Jubiläum unserer Kirche haben wir mit einigen Freiwilligen die Bühne neben der Kirche aufgebaut. Kaum lag alles bereit, fing es an zu regnen. Die Holzböden der Bühne waren dafür nicht vorgesehen – und so warteten wir und starrten auf die Wetter-App. Da hier unterschiedliche Apps zu unterschiedlichen Prognosen kamen, meinte einer sinngemäß: „Wir nehmen die Vorhersage dieser einen App hier – dann können wir in 10 Minuten anfangen, und nicht erst in einer Stunde, wie die andere App sagt.“ Ganz ähnlich war es auf einem Sommerlager. Eine Sippenleiterin hörte eine Stimme, die das gekochte Essen super, eine andere, die es doof fand, und entschied prompt: „Ich nehm die erste, das macht bessere Laune.“ Wie wir etwas wahrnehmen, liegt auch immer in unserer Freiheit. Wir können die positive Perspektive wählen oder nicht.
Welche Freiheit wir durch Jesus Christus haben, wird immer wieder diskutiert. Wie frei dürfen wir uns als Christen verhalten? Dabei ist es nicht die Frage, ob die Gebote Gottes für uns gelten oder nicht. Sie gelten. Sondern ob Gebote einzuhalten höher steht als das Leben selbst, dem sie dienen sollen.
Gebote kann man mit einer App vergleichen. Sie sind eine Applikation, die dafür sorgen soll, dass unser Leben gelingt. Ja, vielleicht kann man sie mit Wetter-Apps vergleichen. Unterschiedliche betonen Unterschiedliches, weisen in dieselbe Richtung, aber mit abweichenden Ergebnissen. Und es ist unsere Freiheit als Kinder Gottes, eine Entscheidungshoheit zu haben. Einen Spielraum, wie es sich auch bei Jesus findet: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen (Mk 2,27). Es geht um den Menschen, nicht um das starre Befolgen der Gebote. Dem Leben sollen sie dienen.
Es ist eine der schönsten Aussagen unseres Glaubens, einerseits Gottes Gebote zu kennen und ihnen folgen zu können, und andererseits so viel Freiheit geschenkt bekommen zu haben, sich nicht von ihnen unterdrücken zu lassen. Darin liegt die herrliche Freiheit der Kinder Gottes (Röm 8,21).
Freuen wir uns dieses Zutrauens in uns und machen wir verantwortlich Gebrauch davon.
Einen Oktober voller Weisheit und Treue wünscht Ihnen
Pastor Ralf Meyer-Hansen