Die Gemeindebriefausgabe für Januar 2026 finden Sie hier.
Geistliches Wort des Monats Januar:
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung 21,5
Es ist das Ende. Und eben: der Anfang des Neuen. Die Bibel beschließt mit dieser fulminanten Verheißung. Gott macht alles neu. Nach den Wirren, nach den Kriegen, nach den Seuchen, nach dem Zusammenbruch der bisherigen Ordnung, nachdem die Sterne vom Firmament gefallen sind – und somit die gallische Grundangst des Himmels-auf-den-Kopf-Fallens wahr geworden ist – nach all dem macht Gott alles neu. Nicht so, wie bei der Arche Noah. Sondern so, dass es wirklich einen neuen Himmel und eine neue Erde geben soll. Gott wird dort bei den Menschen wohnen und abwischen alle Tränen von den Augen, heißt es (Offb. 21,1ff.). Eine tröstliche Aussicht. Die Offenbarung des Johannes will ein Trostbuch sein. Und gleichzeitig kann man bei dieser Losung des Jahres 2026 auch einen Schauer empfinden, der einem über den Rücken läuft. Soll denn gleich alles neu werden? Und ist das Neue, das kommt, wirklich eine Verbesserung? Oder dräut nicht eher ein Verlust von Leichtigkeit? Wenn man bei der Jahreslosung an die Sanierung eines alten Hauses denkt, wenn einem dabei das Überholen eines Oldtimers einfällt, wenn einem dabei die Neugestaltung des eigenen Gartens vor Augen steht, dann mag einen Lust und Vorfreude erfassen. Aber was ist, wenn sich Liebgewonnenes verändert? Wenn man sich gar von Dingen verabschieden muss, die man nicht verabschieden will? Dieses Wort Gottes zu diesem Jahr – das weckt nicht nur gelöste Freude allerorten. Dass etwas Neues entsteht, ist unausweichlich. Dass es aber nicht blind geschieht, ja, dass am Ende planvoll erscheint, was Neues gewesen sein wird, diese Hoffnung haben wir. Das ist unser Trost – und unser Prüfstein für das Neue. Schließlich ist ja nicht alles Neue göttlichen Ursprungs. Mitnichten. Vielleicht ist diese Jahreslosung doch weniger erschauernd als im ersten Moment empfunden. Denn angesichts der menschlichen Freiheit, die mitunter die Dinge mehr und anders treibt als Gottes Geist, erinnert uns die Jahreslosung daran, das Neue daraufhin zu befragen, ob wir ein Wirken Gottes darin sehen können oder nicht. Und das können wir selbst erkennen: Im Glauben beurteilen, was Jesus Christus entspricht, was die Gemeinde Jesu wachsen lässt, was das Evangelium Jesu verbreitet. Er ist der Gott, der nach der Vision des Johannes spricht: Siehe, ich mache alles neu! Aus seiner Hand nehmen wir es gern.
Einen vertrauensvollen und ideenreichen Start in das Neue Jahr wünscht Ihnen
Pastor Ralf Meyer-Hansen