Die Gemeindebriefausgabe für Juli/August 2026 finden Sie hier.

Geistliches Wort der Monate Juli und August:

Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.                 Johannesevangelium 10,10

„Sinn ist ein Antidepressivum“, sagt eine alte Freundin zu mir. Sie arbeitet an einer Uni-Klinik als Sozialpädagogin, unterstützt an seltenen Krankheiten erkrankte Kinder bei den alltäglichen Fragen des Drum-herums. Selten heißt zumeist unheilbar. Und ist deshalb oft mit einer herben Tragik verbunden. Dass immer mehr Menschen gar nicht mehr die Frage nach dem Lebenssinn stellen, kann sie sich nicht vorstellen.

 Menschen suchen Sinn, ja. Doch die Frage nach dem Roten Faden im Leben, die Frage nach dem Großen-Ganzen lassen manche auch einfach unbeantwortet. Der niederländische Theologe und Priester Jan Loffeld meint, Leben sei für viele episodisch, schenke Erfüllung und mache im Idealfall auch noch Spaß. Sinn werde mehr vereinzelt erfahren, aber nicht mehr umfänglich.                               
Irgendwie nachvollziehbar, wenn man in einem Leben gleich mehrere führen kann. Ausreichend Lebenszeit scheint uns ja gegeben zu sein.

 Zu leben ist etwas Schönes: Fühlen, Genießen, Hören, Denken, Dichten, Erfinden, Pflanzen, Ernten. Vor allem verbunden zu sein mit Lebensgefährten, Gleichgesinnten, Erlebnisbegleitern. Erfüllend, wenn es

 gelingt - schmerzvoll, wenn es abreißt. Und manchmal kaum auszuhalten.

Lebensglück ist nicht herstellbar. Wir können vieles dafür tun, doch ob sich das Glück einstellt, bleibt immer offen. Nur dass es einmal kommt, das verheißt uns unser Glaube. Der Satz Jesu ist ein echtes Geschenk. Es geht nicht nur um ein Leben irgendwie, sondern um eines in Fülle. Um ein Leben hier auf Erden, und dann einmal im Himmelreich. Es ist ein schönes Versprechen. 

 Immer, wo es sich gut anfühlt, wo wir im Glück schwelgen, wo wir voller Freude sind, dürfen wir, so glaube ich, etwas von dieser himmlischen Fülle erahnen, die Gott uns durch seinen Sohn verheißt. Dort, wo wir durch manch Dunkelstunden gehen müssen, erinnert uns Jesu Wort daran, dass es anders kommen soll.

 Und sollte man einmal eine Lebensbilanz ziehen und über all die ungedeckten Schecks, die sich angesammelt haben, ins Grämen kommen, dann wird doch alles aus der Fülle Gottes heraus Sinn gehabt haben. Denn dafür ist er gekommen. 

 

Einen fröhlichen Sommer wünscht Ihnen

Pastor Ralf Meyer-Hansen