Unsere 125 Jahre alte Turmuhr stammt von der Firma J.F. Weule und kostete damals 1400 Mark, einschließlich Einbau.
Sie schlägt zu jeder vollen und halben Stunde. Morgens um 6, mittags um 12 und abends um 18 Uhr erklingen zusätzlich sieben "Vater-unser-Schläge".
Warum es auch heute noch ein Gebetsläuten gibt, darüber gibt das Protokoll der KGR-Sitzung Anfang Juni 1901 Aufschluss:
"Da sich unter den Bewerbern für die Kirchendienerstelle keiner auf das tägliche Ziehen der Betglocke einlassen will, soll ein mechanisches Betglockenwerk angeschafft und neben der Turmuhr aufgestellt werden. Die Offerte des Herrn Weule - Bockenem - lautend auf 393 M wird angenommen." Dieses Glockenwerk läutet bis heute.
Die Uhr ist nicht nur ein Schmuckstück – von außen und innen betrachtet. Sie ist inzwischen zudem etwas ganz Besonderes, weil sie immer noch rein händisch, ohne Automatik, gestellt und aufgezogen wird.
1901 war mit dem "Aufziehen und Regulieren der Kirchenuhr" der Uhrmacher Herr Lohmann in Bergedorf gegen eine jährliche Vergütung von 45 Mark beauftragt.
125 Jahre später erledigen das eine Handvoll Ehrenamtliche, die sich auf die Uhr und ihre Mechanik verstehen.
Und so sieht das Aufziehen aus: