Mit vielfältigen Erwartungen zur ökologischen Frage der erfolgreichen Moor - Wiedervernässung starteten 43 Senioren im Reisebus in die Nordheide. Denn: Moore speichern Kohlenstoffdioxid, und in Zeiten der fortschreitenden Erderwärmung gewinnen die Moore an Bedeutung für den Klimaschutz. Obwohl Moore nur noch drei Prozent der Landfläche einnehmen, speichern sie 30 % des gesamten Kohlenstoffs der Erde.
Das Tister Bauernmoor ist ein Hochmoor und wurde 2002 durch eine Verordnung der Bezirksregierung Lüneburg als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es besitzt eine Fläche von 1220 Hektar, wovon etwa ein Drittel Wasserflächen sind.
Nachdem 2001 das Moorgebiet schon zum EU- Vogelschutzgebiet erklärt wurde, entwickelte sich eine Arten-Vielfalt mit ca. 220 Vogelarten. Seeadler, Kraniche, Gänse und Enten sind zahlenmäßig sehr umfangreich vertreten. Daher wird dieses Moor auch das Vogelmoor genannt.
Unsere 90-minütige gemütliche Rundfahrt auf der etwa 4 Kilometer langen Moor-Erlebnis-Strecke mit der ehemaligen bäuerlichen Moorbahn wurde durch einen fachkundigen Vortrag eines Ehrenamtlichen des Moorbahn-Fördervereins an mehreren Stellen unterbrochen: Unser Moorbahnfahrer der Schmalspurbahn wies uns auf die typischen Merkmale der Heidearten, der Torfmoose, der üppigen Primär-Vegetation - an den und auf den- wieder vernässten Wasserflächen hin. Ein großartiger Ausblick auf diese sauren Wasserflächen mit einem PH-Wert von 3 wurde uns durch den 6,5 Meter hohen Aussichtsturm von der Plattform aus ermöglicht, wobei die Vogelarten-Vielfalt der Zugvögel und des Wilds durch viele tolle Fotos über den Jahresgang der Natur dokumentiert wurden.
Im Anschluss an die Moorbahn-Rundfahrt kehrten wir im gemütlich eingerichteten Moorbahn-Cafe ein und genossen Kaffee und leckeren Kuchen; es gab natürlich auch Tee und Käsebrot als Alternative.
Der abschließende Teil unserer Senioren-Ausfahrt war der Besuch in der prachtvollen Kirche St. Dionysius in Sittensen. Es ist eine Kirche, die auf einem alten sächsischen Kult- und Gerichtsplatz errichtet wurde, um 797 auf Veranlassung Karls des Großen. Anlässlich der letzten Renovierung 2019 wurde der gesamte Innenraum, der Fußboden, die Bänke und die Wände neu gestrichen, Lautsprecher und Lichtanlage eingebaut und die Orgel gereinigt.
In der abschließende Andacht unseres Pastor Dr. Meyer-Hansen wies er – folgerichtig – auf den naturkundlichen Bezug unseres Ausflugs hin und unsere menschliche Verantwortung für die Schöpfung und Erde.
Dieter Tempke