Mit Christus gestorben, mit Christus zu neuem Leben

Ostern ist der Weg durch das Dunkel der Kreuzigung zum Licht der Auferstehung. In unserer Gemeinde gehen wir ihn mit:

Am Donnerstagabend wird das letzte Abendmahl nachgestaltet.

In diesem Jahr im Gemeindesaal an von Konfirmanden ansprechend eingedeckten Tischen mit Lammfleisch, Brot, Dips und Rohkost.

Schüsseln und Korb mit Matzen (ungesäuertem Brot) und Bitternkräutern standen auch auf dem Tisch, wie es in der Lesung im 2. Buch Mose zu hören war:

Sie sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit bitteren Kräutern essen.

O Mensch, bewein dein Sünde groß – darum ging es im Gottesdienst am Karfreitag um 9:30 Uhr. Sünde meint dabei theologisch nicht Grausamkeit, Unrecht und Zuwiderhandeln, sondern Gottesferne, unser Leben ohne Vertrauen in Gott. Für diese Sünde ist Christus am Kreuz gestorben. Und zwar den schrecklichsten aller Tode: den Tod der Gottverlassenheit. Und er starb ihn für uns, damit wir diese unerträgliche Einsamkeit nicht tragen müssen.

Karfreitag ruft uns zur Umkehr, zu Gott, in die Gemeinschaft. Diese Worte am Ende der Predigt machten klar, dass hier nicht einfach eines Geschehens gedacht wird, dass sich vor 2000 Jahren abspielte. Wir können daraus unmittelbare Konsequenzen für unser Leben heute ziehen.

Auf diesen stillen, intensiven Gottesdienst folgte um 15 Uhr die Andacht zur Sterbestunde Jesu. In deren Mittelpunkt steht alljährlich die Lesung des Johannesevangelium, das über Jesu Kreuzigung und Sterben in aller Drastik berichtet. Dazu singt die Kantorei Choräle aus der Johannespassion – a capella, denn die Orgel schweigt.

Doch die Geschichte endet ja gottlob nicht mit dem Tode Christi: Es geschieht Ostern. Wir sind eben doch nicht verlassen!

Wer auf diese frohe Botschaft nicht bis zum Ostermorgen warten möchte, kann am Karsamstag die Feier der Osternacht besuchen.

Osterkerze zieht in den Gottesdienst

Um 22 Uhr ist es in der Kirche stockfinster. Tastend sucht man sich einen Platz und harrt aus, bis – nach Lesungen und gesungenen Psalmen – die Osterkerze unter dem Ruf "Christus, Licht der Welt" vom Portal zum Altar getragen wird. Von dort wandert das Licht in die Bankreihen.

Teile der Gemeinde bei Kerzenschein in der Osternacht

Wir beten, singen und feiern Taufe im Schein der kleinen Kerzen ... und endlich braust die Orgel wieder auf, der Altar wird von dem schwarzen Tuch befreit und neu eingedeckt und das Licht kehrt zurück.

In allen Kirchen wird Ostern gefeiert. Überall ein wenig anders, jede Gemeinde hat ihre Rituale – tradiert, geliebt, mit Hingabe gelebt. Was für ein Glück, Raum und Menschen zu haben, damit dies möglich ist!

Es gehört einiges an Vorbereitung dazu, damit es wohl gelingt.

Bei uns lag in diesem Jahr ein besonderes Parament: das alte Karfreitagsparament aus der Anfangszeit unserer Kirche. Es ist nicht mehr in Verwendung, zur Feier des 125-jährigen Bestehens unserer Kirche wurde es hervorgeholt.

Erstmalig auch war in diesem Jahr in der Osternacht das Auferstehungsfenster über dem Altar erleuchtet, dessen Motiv normalerweise nicht zu sehen ist, wenn es draußen dunkel ist.

Vertrauen wir nun darauf, dass wir mit Christus leben werden! (Römer 6)

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