„Hier bin ich! Wo bist du?“ Ein Erfahrungsbericht

Wer spricht hier?

Fühle ich, wie und wo ich mich auf meinem Lebensweg gerade befinde - und bin auf der Suche nach Gott? Frage ich: „Gott, wo bist du?“

Oder ist es Gott in seiner klaren und überdauernden Präsenz, der mich fragt: „Wo bist du?“

 Als Lebenserfahrene wissen wir, dass unsere menschlichen Beziehungen Pflege brauchen. Diese Pflege von Beziehungen schenkt uns gemeinsame schöne Erlebnisse. Die geteilte Zeit lässt uns gegenseitige Nähe erfahren. Soziale Kontakte wirken tragend, wir fühlen uns gesehen, wertgeschätzt und wir fühlen uns nicht mehr so allein. Gepflegte Beziehungen halten auch mal etwas aus. Sie bleiben in sich lebendig und neben der Freude kann auch das Leidvolle miteinander offen geteilt werden.

Die Beziehung zu Gott ist eben auch eine Beziehung. Und auch diese Beziehung braucht Pflege. Daher ist es ganz wichtig, ihr Zeiten und Räume zu öffnen und sich immer wieder neu zu erinnern. Das Gebet, es ist ein Lebensgespräch mit Gott.

Der Geistliche Übungsweg ist ein solcher geschützter Raum. Es ist eine strukturierte Zeit der inneren Einkehr, des Gebetes und der Stille, um das persönliche Verhältnis zu Gott wieder zu vertiefen.

Die tägliche Übung zu Hause über einen Zeitraum von vier Wochen, die Gruppe und Begleitgespräche sind Elemente, die uns dabei unterstützt haben, die alltäglichen Routinen zu unterbrechen. „Nicht weiter so wie immer, sondern bewusst mal anders“, könnte eine weitere Überschrift lauten.

Thematisch geleitet von der Lebensgeschichte des Propheten Elia gab der Kurs diesen Geschichten und Worten Zeit und Raum im

Alltag und nahm unseren persönlichen Alltag in diese Geschichten und Worte mit hinein. Sich auf den Weg zu machen, bedeutet auch, einen kleinen Schritt ins Ungewisse zu wagen, und dabei auch den eigenen Lebensthemen zu begegnen - getragen von den Elementen des Weges und von Gott selbst.

Ganz herzlichen Dank an Edelgard Jenner und Michaela Schumann, die mit ihrem Einsatz den Raum eröffnet und gehalten haben.

Am Ende dieses Weges kann ich klar formulieren:

Du bist da, Gott. Ich bin es auch.“

   Anja Thews

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