Reinbek, 5. März 1901(KV.)
Gegenwärtig: Pastor Fries, die Herren Kirchenältesten Behn, Duttenhofer, Kiehn,
Die Einladungen sind rechtzeitig ergangen.
Die Gegenstände der Beratung wurden vorher angezeigt.
Der Vorsitzende spricht das Eingangsgebet.
1. Die von der Firma C. E. Ulrich - Apolda - (Inhaber Schilling) gelieferten Glocken, welche auf die Töne e, g, h gestimmt sind, wurden vom Lieferanten fertig montiert im Turm der Kirche aufgestellt. Der Kirchenvorstand prüfte:
a) den Wiegezettel (amtlich beglaubigt),
b) das Gutachten des musikalischen Sachverständigen Herrn Organist Burjam -
Hamburg,
c) die drei Gutachten des Hamburger Staats-Laboratoriums über die
Metallmischung.
Danach sind die kontraktlichen Lieferbedingungen als genügend erfüllt anzusehen. Der Vorstand nimmt demnach hierdurch die Glocken an.
Laut Kontrakt soll ein Zehntel des Kaufpreises, (also etwa 600 M) ein Jahr lang gegen 4% Zinsen als Kaution stehen bleiben. Auf Antrag des Lieferanten genehmigt der Kirchenvorstand, daß gegen Hinterlegung eines Staats- oder mündelsicheren Papieres im Werte von 1000 M schon jetzt der volle Betrag des Kaufpreises an den Lieferanten ausgezahlt werden darf.
2. Die Kanalisation des Kirchplatzes (d.h. unterirdische Ableitung des Regenwassers) wird auf Grund vorgelegter Offerten (Kanalisation 560 M, eiserner Abflußrohre 46 M) Herrn Maurermeister Ohl übertragen. Sammel-und Reinigungskästen sollen nicht gemacht werden.
3. Die Neulegung der kleinen Wasserleitung (welche bis jetzt über den Kirchplatz läuft) auf dem Fußsteig der Straße wurde auf Grund vorgelegter Offerten Herrn Maurermeister Ohl für den Preis von 4 M pro laufenden Meter übertragen. Die Gesamtkosten der Umlegung werden sich danach auf circa 400 M belaufen. Die drei südlichen Anlieger haben sich mündlich verpflichtet, die Hälfte der Kosten gemeinsam zu tragen. (Vergl. Beschluß ad 7. vom 1. Februar 1901 Seite 82 dieses Protokolls.)
4. Die Lieferung der Fenstervorhänge an der Südseite der Kirche wird auf Grund vorgelegter Offerten und Leinenproben Herrn Sattler Hemken für 129,40 M übertragen.
5. Der Pastor wird ermächtigt, das große Bild aus der Kapelle in seine Wohnung zu nehmen, um es dort renovieren zu lassen.
6. Der Kirchenvorstand erklärt, über die Pläne für das Pastorat gemeinsam mit dem Kirchenkollegium beraten zu wollen.
g.u.
Pastor A. Fries, Duttenhofer, Ad. Kiehn.
------------------------
"das große Bild aus der Kapelle", so steht zu vermuten, ist unser "Engelbild". Es hängt seit inzwischen vielen Jahren wieder in unserer Kirche, nachdem Pastor Kemper es auf dem Dachboden des Alten Pastorats gefunden hatte - vergessen und instandsetzungsbedürftig...