Geistliches Wort

MAI 2019

 

Denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.   (2. Sam 7,22l​)

Einen Zweig Rosmarin. Nachträglich hat er ihn ihr in die Hand gemalt. Auf dem Porträt, das Rembrandt eigentlich nie verkaufen wollte (und das heute in Kassel hängt). Saskia ist da schon tot. Doch sie bleibt die Liebe seines Lebens, die auch über den Tod hinaus fortbesteht. Der Rosmarinzweig ist das Zeichen der Treue der Liebenden – in alle Ewigkeit. Für Rembrandt war keine wie sie.

Keiner ist wie Du, so fühlt es auch König David. Vieler Worte bedarf es da nicht, Gott kennt ihn ja durch und durch. Er könnte eigentlich stumm bleiben. Und doch spricht Gott durch Nathan zu ihm. Kurz vor seinem Lebensende verheißt Gott David, dass sein Thron ewig Bestand haben wird. Gott bleibt ihm und seinem Haus treu, auch über den Tod hinaus. Keiner ist wie du, da ist David nun sicher.

Es ist die Sprache der Liebe, nicht der Religion. Es gibt nur einen Gott, das steht nicht in Frage. Aber was hilft alle Erkenntnis und Offenbarung, wenn es nicht Liebe ist, die uns berührt? David fühlt sich von Gott gesehen und gesegnet. Und das, obwohl ihm gerade verwehrt wurde, ein letztes Projekt zu verwirklichen. Den Tempel für Gott darf er nicht bauen. Dennoch spürt er, wie sehr Gott sich auf ihn einlässt, wie sehr er sich ihm zuwendet, wie sehr er ihn liebt (vgl. 2. Sam 7,18ff). Das lässt David selbst Worte der Liebe wählen – obwohl sie streng genommen wenig sinnvoll sind. Gott ist unvergleichlich. Aber die Liebe erlaubt es, ja fordert es, so zu reden.

Solche Liebe zu Gott zu fühlen, ist etwas Besonderes. Die Liebe zu Menschen fällt uns demgegenüber viel einfacher. Aber das ist kein Malheur, das weiß Gott schließlich schon lange. Nicht ausgeschlossen, dass er eben gerade auch deshalb Mensch geworden ist: um geliebt werden zu können. Auch wenn wir heute nur ein „Bild“ von Jesus haben, so wie manchen Liebenden nur ein Bild blieb. Die Liebe aber bleibt gerade darin lebendig und erhalten. Der Liebe des Lebens bleibt man treu. Bis in den Himmel und zurück.

Eine sinnenfrohe Maienblüte wünscht Ihnen
Pastor Meyer-Hansen