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Geistliches Wort

März / April 2022

Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte. 

Joh 20,18

 

Ich habe den Herrn gesehen, sagt sie. Mehr ist nicht überliefert. Mehr nicht, außer dieser kleinen Geschichte: Maria hat den auferstandenen Herrn frühmorgens getroffen. Das Grab fand sie leer, aber ein wenig weiter weg stand er da: der vermeintliche Gärtner, der sich als Jesus entpuppte. In fast intimer Vertrautheit sagt Jesus „Maria“ – und daraufhin erkennt sie ihn. Sie wechseln wenige Worte, dann ist er wieder entschwunden. Nicht ohne eine klare Botschaft an seine Jünger*innen zu hinterlassen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. (Joh 20,17). Es gibt was zu berichten von diesem Auferstehungssonntag. Aber es ist nicht viel. Warum? Warum wird nicht mehr erzählt?

Wir würden gern mehr wissen, denke ich. Vom Aussehen Jesu nach der Auferstehung, von seinem Erscheinen und Verschwinden, von seinem Blick und seiner Stimme. Sind wirklich keine weiteren Worte gewechselt worden? Es gäbe doch so viel zu erzählen. In der Verhaltenheit, in der nur mit wenigen Strichen die Begegnung mit dem Auferstandenen skizziert wird, könnte man eine heilige Scheu erblicken. Vielleicht eine Ahnung, dass  man nicht zu nah herantreten sollte – sonst geht etwas kaputt oder verloren.

Vielleicht ist es aber keine Scheu. Sondern wirklich alles, was es zu berichten gibt. Wem hilft ein längeres Verbleiben von Jesus bei Maria? Niemandem. Die Botschaft ist da, die Botschaft muss in die Welt. Kirche entsteht nicht dort, wo eine oder einer den Herrn sieht. Sondern wo sie oder er es den anderen verkündet. Den Menschen, die für diese Botschaft bereit sind.

Die großen Geheimnisse werden nicht erzählt. Wie Jesus auferstanden ist, wie er in den Himmel aufgefahren ist, wie er aussah, wie es im Himmel aussieht, das wird nicht gesagt. Wir erfahren nur, was uns gesagt werden soll. Gott kann sich sehen lassen. Gott kann sich vernehmen lassen. So, dass uns die Botschaft von Maria erreicht: Ich habe den Herrn gesehen; er ist hinaufgegangen zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Mehr müssen wir nicht wissen.

 

Eine gnadenreiche wie sorgenfreie Passions- und Osterzeit wünscht Ihnen
Pastor Meyer-Hansen